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Kopfschmerzdiagnostik

So entstehen Kopfschmerzen

Grundsätzlich unterscheidet man sekundäre von primären Kopfschmerzen. Sekundäre Schmerzen sind die Folgen von Erkrankungen wie Grippe, Bluthochdruck, Entzündungen oder Krebs. Der primäre Kopfschmerz ist ein Sammelbegriff für Krankheiten, deren organische Ursachen Routineuntersuchungen nicht aufspüren.

Gerade Patienten, die unter Spannungskopfschmerz leiden, wird oft seelische Probleme oder Überforderung attestiert. Zu Unrecht: Vermutlich sorgt eine erniedrigte Schmerzschwelle, angeboren oder erworben, für den dröhnenden Kopf. Botenstoffe, die Schmerzen eindämmen, können nicht ausreichend wirken. Zunächst vereinzelt, später täglich macht sich im Schädel ein drückender und dumpfer Schmerz breit, der die Leistungsfähigkeit und das alltägliche Leben beeinträchtigt. Zwischen 30 Minuten und sieben Tagen am Stück kann er andauern. Tatsächlich verstärken psychische Probleme, beruflicher Stress, familiäre oder finanzielle Sorgen oder ein verspannter Nacken diesen Vorgang. Erst wenn nach die Anspannung wieder Ruhe eingekehrt ist, normalisiert sich auch der Botenstoffhaushalt im Kopf.

Über die Ursache von Cluster-Kopfschmerzen, die manche Patienten in Attacken bis zu achtmal am Tag heimsucht, sind sich die Mediziner nicht im Klaren. Eine Studie aus dem Jahr 2000 weist auf eine Störung des Hypothalamus hin. Dieser Teil des Gehirns reguliert die körpereigenen Rhythmen, darunter Hunger- und Durstgefühl, den Blutkreislauf, die Sexualität und die Körpertemperatur. Für diese Theorie sprechen Beobachtungen an Patienten. Der stechende Schmerz tritt meist im Herbst und Winter auf – bei vielen immer zur selben Tageszeit, insbesondere nachts. Dabei scheinen die Lichtverhältnisse eine entscheidende Rolle zu spielen. Sie haben einen direkten Einfluss auf unsere „innere Uhr“. So lösen auch Fernreisen, die den Tagesrhythmus durch Zeitverschiebungen durcheinander bringen, die unglaublich schmerzhaften Attacken aus.

Wer immer wieder unter starkem Kopfweh leidet, greift zu Schmerzmitteln. Manchmal mit verhängnisvollen Folgen: Patienten, die länger als zehn Tage im Monat die Pein im Kopf mit Medikamenten lindern, laufen Gefahr, einen Medikamentenkopfschmerz zu entwickeln. Jedes Schmerzmittel kann seinerseits Kopfschmerzen verursachen, wenn man es zu häufig einnimmt. Sobald die Wirkung nachlässt, treten dumpfe oder pulsierende Schmerzen auf, manchmal von Übelkeit begleitet. Aus Angst, den Alltag nicht mehr bewältigen zu können, schlucken einige Patienten jahrelang jeden Tag Schmerzmittel und riskieren so gravierende Nieren- und Leberschäden. Ärzte, die unbedacht und kritiklos immer wieder Rezepte ausstellen, fördern diese Abhängigkeit. Besondere Vorsicht ist bei Kombinationsmitteln angebracht: Von Präparaten, die neben dem Schmerzmittel auch muskelentspannende oder beruhigende Beimischungen enthalten (Kodein), raten Schmerzexperten ab. Sie helfen nicht besser, haben dafür aber mehr Nebenwirkungen und fördern die Sucht

Was Ärzte tun können

Die Veranlagung zu Kopfschmerz ist nicht heilbar. Dennoch können die meisten Patienten ein nahezu beschwerdefreies Leben führen. Voraussetzung ist, dass ein Allgemeinarzt oder Neurologe eine individuelle Therapie auf den Patienten abstimmt. Denn Kopfschmerztyp und -ursache können sehr unterschiedlich sein. Ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch ist dazu unbedingt erforderlich.

Episodische Spannungskopfschmerzen können ohne Unterbrechung bis zu einer Woche andauern und über Monate immer wieder auftreten. Sobald die Schmerzen länger als drei bis vier Tage anhalten, sollte man einen Arzt aufsuchen. Er wird Sie nach möglichen Auslösern befragen. Ein Kopfschmerztagebuch, das die Anfälle dokumentiert, erleichtert die Suche. Treten sie vereinzelt auf, helfen schmerz- und entzündungshemmende Medikamente. Entspannungsübungen verbessern die gestörte Schmerzvermittlung im Gehirn und fördern den inneren Ausgleich. Krankengymnastik stärkt die Nackenmuskulatur. Wer über die Hälfte des Jahres über drückendes Kopfweh klagt, leidet bereits unter chronischen Spannungskopfschmerzen. Damit er nicht in einen Medikamentenkopfschmerz übergeht, rät die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft zu einer sechsmonatigen Therapie mit Antidepressiva kombiniert mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen. Antidepressiva hellen nicht nur die Stimmung auf, sie lindern auch Schmerzen.

Viele Patienten gehen erst zum Arzt, nachdem sie schon monatelang Medikamente eingenommen haben. Sie leiden dann bereits an einem Medikamentenkopfschmerz. Wenn es erst mal dazu gekommen ist, sind weitere Schmerzstiller tabu, die Patienten müssen ein Entwöhnungsprogramm durchlaufen. Übergangsweise erhalten sie das Rheumamittel Naproxen. Eine Studie aus dem Jahr 2002 zeigt allerdings, dass ein Drittel der Patienten innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Entwöhnung rückfällig wird.

Eine Gefahr der Abhängikeit besteht bei Cluster-Patienten praktisch nie. Bei ihnen schlagen einfache Schmerzmittel schlichtweg nicht an. Cluster-Patienten sind dringend auf die Hilfe eines Spezialisten angewiesen. Trotz mangelnden Wissens über die Hintergründe der Qual können sie die Anfälle sowohl direkt als auch vorbeugend behandeln: Sumatriptan, eigentlich ein Mittel gegen Migräne, hilft sofort, wenn es direkt unter die Haut gespritzt wird. Genauso wirksam ist es, sieben Liter 100-prozentigen Sauerstoff pro Minute direkt zu Beginn der Attacke für fünf bis 15 Minuten einzuatmen. Allerdings brauchen die Patienten dafür einen transportfähigen Sauerstofftank. Was der Sauerstoff im Gehirn auslöst, wissen die Experten noch nicht. Kommen die Schmerzen regelmäßig zu bestimmten Tageszeiten, lindern Ergotamin-Zäpfchen die Attacken, die man ein bis zwei Stunden vorher einnimmt.

Schlimmer ergeht es Patienten mit chronischem Cluster-Kopfschmerz. Das vorbeugende Medikament der Wahl, das die Anfallhäufigkeit reduziert, ist der Kalziumantagonist Verapamil in einer Dosierung von 720 Milligramm. Es hilft in etwa 70 Prozent der Fälle. Die übrigen 30 Prozent behandelt man mit Lithium, Kortison oder dem Antiepileptikum Topiramat. Warum nicht auch andere Kalziumantagonisten wirken, ist den Schmerzspezialisten ein Rätsel.

Was Sie tun können

Sie können dem Arzt am besten helfen, indem Sie nach den Auslösern für Ihren schmerzenden Kopf fahnden. Führen Sie dazu ein Kopfschmerztagebuch: Es dokumentiert Tageszeit und Stärke der Schmerzen, aber auch die Gegebenheiten, unter denen das Kopfweh auftritt, zeigt, ob vielleicht Stress oder andere Auslöser verantwortlich sind.

Häufig sind Stress und Überbelastung schuld. Sollte Ihnen wieder mal der Schädel dröhnen, legen Sie eine Pause ein. Eine Massage vom Partner oder einem Freund beruhigt und lockert einen verspannten Nacken. Sie verhilft auch zu einer neuen Portion Glückshormone im Kopf, die den Schmerz abfangen können. Vermeiden Sie alles, was belastet. Sollten Sie sich selbst überfordern oder durch andere überfordert fühlen, setzen Sie bewusst Entspannungsübungen wie autogenes Training, Yoga oder die progressive Muskelentspannung ein. Mit diesen Techniken finden Sie zu innerer Gelassenheit und mehr Selbstsicherheit. Ihre Kopfschmerzen können merklich abklingen.

Bewegen Sie sich, machen Sie Spaziergänge. Sport und frische Luft tun Seele und Körper gut. Stärken Sie mit kleinen Übungen Ihre Nackenmuskulatur, besonders, wenn Sie einer sitzenden Tätigkeit nachgehen. Angstzustände oder Depressionen bekommen Sie auch durch eine psychotherapeutische Behandlung in den Griff. Auch kalte Arm- und Fußbäder, Umschläge auf der Stirn oder mentholhaltige Öle können den Schmerz lindern. Sollte die Marter über mehrere Tage nicht nachlassen, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf. Denn es könnte sich auch um so genannte sekundäre Kopfschmerzen handeln, verursacht durch eine andere Krankheit, etwa Bluthochdruck.

Nehmen Sie Schmerzmittel ohne ärztliche Aufsicht nicht länger als zehn Tage im Monat. Sonst laufen Sie Gefahr, dass die Mittel einen Medikamenten-Kopfschmerz auslösen. Dann hilft nur noch sofortiger Entzug. Bei starken Symptomen muss die Entwöhnung sogar stationär im Krankenhaus erfolgen. Im Fall von Cluster-Kopfschmerzen sind die Möglichkeiten der Selbsthilfe beschränkt. Gewöhnen Sie sich einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus an. Patienten berichten, dass sie mit Akupunktur wenigstens zeitweilig schmerzfrei leben konnten. Bleiben Sie in stetem Kontakt mit einem Kopfschmerzspezialisten.

 

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