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Schwindeldiagnostik, Schwindel in Köln

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Die Ursachen von Schwindel

Schwindel entsteht, wenn die Orientierung des Körpers im Raum gestört ist. Dies kann unterschiedlichste Gründe haben. Die wichtigsten Ursachen für Schwindelattacken sind:

Abweichung der Reize

Beim so genannten visuellen Schwindel melden die Augen Stillstand, während das Gleichgewichtsorgan im Ohr Bewegung wahrnimmt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Beifahrer während einer kurvigen Autoreise Zeitung lesen. Das Ohr fühlt die Dynamik der Fahrt, doch für die Augen sind der Innenraum des Wagens und auch das Papier völlig ruhig. Die Differenz dieser beider Empfindungen kann im Gehirn Übelkeit und Schwindel auslösen.

Psychische Leiden

Forscher fanden vor kurzem heraus, dass rund die Hälfte aller Schwindelattacken durch die Psyche verursacht werden. Ängste und starke seelische Belastungen wie zum Beispiel beim Tod eines Verwandten oder nach einem Unfall spielen beim so genannten phobischen Schwankschwindel eine große Rolle. Schweißausbrüche, Mundtrockenheit, Herzrasen, Engegefühle, Atemnot und Leeregefühl im Kopf treten häufig als weitere Symptome auf. Da die Diagnose keine körperlichen Leiden anzeigt, bleiben beim psychogenen Schwindel die Ursachen oft unerkannt. Die Folge: Der Schwindel wird falsch behandelt.

Verrutschte Kalziumsteinchen

Die so genannten Bogengänge in unserem Gleichgewichtsorgan sind mit Flüssigkeit gefüllte Schläuche. Darin befinden sich Sinneshaare, die wie Seegras im Wasser schwanken. Auf einigen von ihnen liegen kleine Kalziumsteine, die durch ihre Trägheit die Bewegungen unseres Körpers übertragen. Verrutschen diese Steine durch eine ruckartige Bewegung und lenken dabei die Sinneshaare übermäßig aus, erhält das Gehirn die Information, dass wir uns schnell drehen. Dabei haben wir uns beispielsweise nur im Bett umgedreht. Die Folge: Lagerungsschwindel. Weitere Symptome sind Übelkeit sowie eine Hör- und Gleichgewichtsstörung.

Menière-Krankheit (Morbus Menière)

Sie entsteht, wenn Zellen im Innenohr zu viel Gewebeflüssigkeit produzieren. Es kommt zu einem Überdruck, durch den Membranen reißen. Typische Symptome sind Drehschwindel, Druckgefühl im Ohr, Übelkeit, verschlechtertes Hören oder gar Hörverlust, Ohrensausen und Brummen. Da die Beschwerden oft etwa nach einer halben Stunde wieder völlig abklingen, verzichten viele Betroffene darauf, zum Arzt zu gehen. Das ist ein Fehler, denn unbehandelt können dauerhafte Schäden zurückbleiben.

Infektionen

Virusinfektionen können einen einseitigen Gleichgewichtsausfall (Neuritis vestibularis) verursachen. Infektionen im Innenohr und Entzündungen der Nasennebenhöhlen können ebenfalls zu Schwindelanfällen führen.

Organische Erkrankungen

Schwindel kann auch die Folge organischer Leiden wie Diabetes, Hirntumoren und Erkrankungen der Blutgefäße sein.


Was Ärzte tun können

Diagnose

Bereits aus der Krankheitsgeschichte (Anamnese) kann der Arzt wichtige Informationen für die Diagnose ziehen. Wann haben die Schwindelattacken begonnen, wie laufen sie ab und wie lange dauern sie? Begleitende Symptome haben große Bedeutung. Treten gleichzeitig Erstickungsangst, Herzbeschwerden oder Kopfschmerzen auf? Um zu ergründen, ob der Schwindel psychisch bedingt ist, fragt der Arzt nach den Lebensumständen des Patienten.

Klinische Untersuchungen sollen zeigen, wie der Patient Körperbewegungen und die eigene Lage im Raum wahrnimmt. Der Arzt achtet insbesondere auf

  • die Augenstellung beim Blick geradeaus sowie bei abgedeckten Augen
  • die Geschwindigkeit der Augenbewegung
  • die Genauigkeit beim vertikalen und horizontalen Umherblicken
  • und auf unwillkürliche Augenbewegungen.


Außerdem führt er Gang- und Standproben mit offenen und geschlossenen Augen durch. Das erlaubt Rückschlüsse darauf, ob das Gleichgewichtssystem gestört ist. Bei phobischem Schwankschwindel macht eine Psychologin einen so genannten Hyperventilations-Provokationstest. Dieser zeigt den Patienten, dass sie selbst die Schwindelanfälle auslösen und deshalb deren Auftreten direkt beeinflussen können.

Apparative Zusatzuntersuchungen sind nur dann erforderlich, wenn Anamnese und klinische Untersuchungen für eine Diagnose nicht ausreichen. Eine geeignete Untersuchungsmethode ist die Elektronystagmographie (ENG), mit der die Geschwindigkeit der Augenbewegung bestimmt wird. Beim kalorischen Test werden die äußeren Gehörgänge mit 30 bis 44 Grad warmem Wasser gespült. Das liefert Hinweise auf Funktionsstörungen des Gleichgewichtsorgans. Bildgebende Verfahren dienen dazu, den Verdacht auf Tumoren oder Entzündungen abzuklären.

Therapie

Die Behandlung von Schwindel erfordert Geduld, da es oft nicht möglich ist, die akuten Symptome zu bekämpfen. Die Bekämpfung der Grundkrankheit steht daher meist im Vordergrund.

Psychogener Schwindel, beispielsweise phobischer Schwankschwindel, wird mit einer Psychotherapie bekämpft. Der Patient lernt, wie er mit Schwindel auslösenden Situationen umgehen muss. Entspannungsübungen und die Einnahme der Präparate Imipramin und Clomipramin wirken aktivierend und stimmungsaufhellend.

Lagerungsschwindel wegen verrutschter Kalziumsteinchen wird durch bestimmte Lagerungsmanöver beseitigt. Kopfbewegungen in verschiedene Richtungen bewirken, dass die Steinchen wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückrutschen. Bereits nach wenigen Tagen hat der Patient keine Beschwerden mehr.

Der erhöhte Druck im Innenohr, den die Menière-Krankheit auslöst, behandelt der Arzt mit Infusionen. Sind die Symptome besonders hartnäckig, so wird das Antibiotikum Gentamycin durch das Trommelfell eingespritzt, um den Wasserdruck zu senken. In manchen Fällen schneidet der HNO-Arzt ins Trommelfell einen kleinen Schlitz, durch den der Druck im Innenohr entweichen kann. Die Öffnung hält er mit einem Stück Silikonfolie offen.

Infusionen sind auch bei der Virusinfektion Neuritis vestibularis die Mittel der Wahl, außerdem die Einnahme von Kortison. Übungen wie Kopf- und rasche Kippbewegungen schulen das Gleichgewichtssystem.


Was Sie tun können

Bei einer Schwindelattacke sollten Sie sich hinlegen und die Beine hochlegen. Ist der Schwindel auf eine morgendliche Kreislaufschwäche zurückzuführen, so kann eine Tasse Kaffee hilfreich sein. Grundsätzlich gilt: Bei Schwindelanfällen, die länger anhalten oder wiederkehren und deren Ursachen nicht ersichtlich sind, sollten sie unbedingt zum Neurologen oder zum HNO-Arzt gehen. Vor allem dann, wenn neben dem Schwindel Begleitsymptome auftreten. Bedenken Sie: Es könnte auch eine andere, ernste Krankheit dahinterstecken.

Es ist sehr wichtig, dass Sie dem Arzt den Schwindelcharakter genau beschreiben können. "Je nachdem, wann der Schwindel auftritt und wie lange er anhält, kann der Arzt wichtige Rückschlüsse auf die Ursache ziehen. Deshalb ist es wichtig, dass die Patienten ihre Anfälle genau beobachten", rät Rainer Jund vom Klinikum Großhadern in München. Notieren Sie die Tageszeit, Häufigkeit, Dauer und Situationen der Anfälle und beschreiben Sie exakt das Gefühl. Oft ist mit diesen Angaben schon eine Diagnose möglich. Carolin Stähler
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Dr. med. L. Meyer
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